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Franz J. Robotka
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Tarot - Tantra der Gnostiker

Der Marseiller Tarot und geheime Yogatechniken

Über den Ursprung des Tarot ist schon viel gerätselt worden. Von den Zigeunern kann er nicht stammen, da er bereits über hundert Jahre verbreitet war, bevor die Roma und Sinti im 16. Jahrhundert aus dem Nordwesten Indiens nach Europa kamen. Dass der Tarot auf die Ägypter beziehungsweise Hermes Trismegistos (Toth) zurückgeht, wie ebenfalls gerne behauptet wird, konnte nie nachgewiesen werden. Da die Spielkartenbilder von allem Anfang an christliche Elemente enthielten, kann der Tarot schwerlich außerhalb Europas entstanden sein. Die ältesten erhaltenen Exemplare stammen aus Italien und Spanien und entstanden um 1480, der französische "Tarot de Marseille" etwas später. Älteste Erwähnungen des Tarot finden sich ab 1378 in amtlichen Verordnungen, die das Spiel entweder erlaubten oder verboten. Aber was war vorher?
Worum es beim Tarot wirklich geht, kann am ehesten durch die Entschlüsselung seiner Symbolik erfahren werden. Karl Weinfurter behauptet im "Brennenden Busch", dass die zentrale Karte des Tarot "Der Gehängte" ist. Allein was die Nummerierung der Großen Arkana betrifft, erscheint dies logisch. Im alten Marseiller Tarot, der übrigens im Vergleich zu den italienischen Karten mehr ketzerische ("Ketzer" leitet sich von den Katharern ab) Symbolik enthielt, waren die Trumpfkarten, wie damals üblich, lateinisch durchnummeriert: I, II, III usw. bis hin zur XXI. (Die 22., nicht mehr nummerierte Trumpfkarte war "Der Narr", dem erst später die Zahl 0 zugeordnet wurde.)
Die Karte Nr.12 ("Der Gehängte") wurde mit IIX statt XII bezeichnet. Das bedeutet, dass die Karte um 180° gedreht werden musste, um "richtig" zu liegen. Vertauscht man zudem die Buchstaben von TAROT, gelangt man zum lateinischen ROTAT, was bedeutet: er/sie/es dreht, wendet (sich).

Was dreht sich?
Tarot Karten
Das ist die Frage. Wir haben 21 nummerierte Karten; verdrehen wir die 21, gelangen wir zur 12, dem Gehängten. (Allerdings konnte im 14. Jahrhundert so ein Schluss nur von jemandem gezogen werden, der damals bereits mit dem arabischen Dezimalsystem vertraut war.) Weinfurters mystische Analyse des Gehängten kommt zu dem Schluss, dass es sich dabei um eine Darstellung der geheimsten Yogatechnik Viparitakarani-Mudra ("Siegel der Umkehr") handelt. Diese Technik ist im alten Yoga so wichtig, dass der älteste erhaltene Hathayoga-Text, das Gorakshashataka (Hrsg./Übers.: Fausta Nowotny 1976) mehr als 60% seiner 200 Verse nur dieser Technik mit all ihren Teilaspekten widmet: Khecari-Mudra (der Zungenverschluss, "Siegel des Im-Äther-Wandelns"), Kevala Kumbhaka (der Atemstillstand), Samadhi (Aufgehen im Absoluten, Befreiung). Es geht dabei um die Umkehrung der beiden Hauptenergieströme Prana und Apana im Körper, was dadurch erreicht wird, dass die Position des Schulterstandes eingenommen wird und der/die Übende täglich länger darin bleibt, bis das "Siegel der Umkehr" 3 Stunden lang gehalten werden kann. Zusätzlich soll die künstlich verlängerte Zunge so weit zurückgeschoben werden, dass ein gewisser Druck gegen den Hypothalamus ausgeübt werden kann. Beide Teiltechniken führen miteinander dazu, dass in 3 Monaten (!) Befreiung erlangt werden kann. Natürlich braucht es sehr viel an Vorbereitungszeit, um diese Technik wirklich zu beherrschen. Die Karten 12, 15 ("Der Teufel") und 16 ("Das Haus Gottes", später "Der Turm") beschreiben diese Technik im engeren Sinne; im weiteren Sinne sind alle Tarot-Arkana wichtig, um den kompletten Weg zur persönlichen Befreiung in all seinen Etappen zu beleuchten und ihn ganz zu verstehen und gehen zu können.

Der Tarot und der Heilige Gral
Wenn nun der Tarot durch Jahrhunderte hindurch geheimste Yogamethoden für die geistige Befreiung der Menschheit transportierte, muss es eine Verbindung nach Indien geben. Graham Phillips und Sir Laurence Gardner bringen den Tarot mit dem Heiligen Gral in Beziehung. Nach Gardner steht der Gral für eine Blutlinie, die außerirdischen Ursprungs ist und gedacht war, auf der Erde einen Keim der kosmischen Entwicklung zu setzen und diesen ständig wachsen zu lassen. Ausgehend von plejadischen Interventionen, die vor 450.000 Jahren begannen und hauptsächlich durch die zerstrittenen Stiefbrüder Enki (Jahwe) und Enlil (Jehova) ausgetragen wurden, wobei der erste für und der zweite gegen eine höhere Entwicklung der Menschheit war, wurde über viele Jahrtausende Erbgut weitergegeben, das ursprünglich von Ninhursag, der Schwester der beiden, stammte. Auf dieser Blutlinie standen, beginnend mit den sumerischen Königstafeln, auch die Pharaonen, die Merowinger und viele andere, vor allem aber Jesus und Maria Magdalena.
Als das Blut im Laufe der Jahrtausende in vielen Zweigen mehr und mehr ausdünnte, wurden, um dem entgegenzuwirken, zuerst bestimmte tantrische Techniken, wie etwa das Trinken von Menstrualblut angewendet; später dann, ab Abraham, als dies im Patriarchat nicht mehr möglich war, benutzte man auch mehr und mehr äußere alchemistische Mittel.

Jesus - ein Tantriker?
Es gibt mehrere Anhaltspunkte, die es wahrscheinlich machen, dass Jesus oder einer seiner leiblichen Brüder längere Zeit in Indien verbrachte. Damals gab es in Indien noch Tantraschulen, und es scheint eine Verbindung der Essener und/oder Gnostiker mit diesen möglich. Aus dem Tantra wurde im Patriarchat der Yoga. Die effektiven Befreiungstechniken sind bei beiden jedoch fast gleich. Die von Enki unterstützte Blutlinie musste einen Weg finden, ihr zentrales Geheimwissen gegen Enlils Machtausübung (Patriarchat, Inquisition, Zinssystem und so weiter) zu schützen. Dies wurde unter anderem mit dem Tarot versucht. Er wurde so genial konzipiert, dass er zur Tarnung vordergründig als Orakel und Gesellschaftsspiel erschien, dahinter konnte er aber zur Einweihung in die Mysterien des menschlichen Daseins verwendet werden. Die nächsttiefere Ebene stellt die Existenz der Gralsblutlinie dar (zum Beispiel Karte Nr. 2 "Die Päpstin", später "Hohepriesterin"). Erst die innerste Ebene offenbart die bereits erwähnten geheimen Yogatechniken. Die so genannten Hofkarten lassen auch inneralchemistisch-tantrische Bezüge erkennen, vor allem bei König und Königin der Stäbe und der Kelche. Das As der Kelche muss auf den Kopf gestellt werden, um das Sulphur-Symbol erkennbar zu machen, welches die Energie zur wahren Herzensöffnung darstellt (vergleiche Ching und Chi im Taoismus). Wieder ist ein Bezug zum Siegel der Umkehr erkennbar.
Das Tarotwissen gelangte von den Gnostikern zu den Albigensern (in Italien sollen es auch die Waldenser besessen haben). Nach deren Unterdrückung wurde dann der Zisterzienserorden zur Konservierung und Weitergabe der Geheimlehre benutzt. So finden sich im Kreuzgang des Klosters Sanctae Cruces in Spanien bereits im 12. Jahrhundert(!) viele Hauptmotive des Tarot als Reliefs. (Die militärische Hand der Zisterzienser waren übrigens die Templer. Nach der Vernichtung des Templerordens wurden die Zisterzienser zweimal reformiert, um sie wieder "gleichzuschalten".) Interessant ist es, dass die besten "Marseiller" Tarot-Decks zu einer Zeit entstanden, als das ältere Rosenkreuzertum seine Hochblüte hatte.
Die wirklich brauchbaren Karten sind nur im Marseiller Tarot zu finden, empfehlenswert ist eine Faksimile-Ausgabe der Wiener Spielkartenfirma Piatnik.
 
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